80 Jahre Sportklinik Hellersen: Spezialmedizin für Bewegung, Gelenke und Schmerz

von Lisa Gauch

Die traditionsreiche Klinik in Lüdenscheid ist Mitglied der ANOA

Sportklinik Hellersen NRW

Lüdenscheid, den 28. September 2026 – Die Sportklinik Hellersen begeht ein besonderes Jubiläum: Am 16. Oktober feiert die Klinik ihr 80-jähriges Bestehen. Was 1946 mit der Behandlung von zwei verletzten Sportlern und zunächst 20 Betten im damaligen Kreiskrankenhaus Lüdenscheid begann, ist heute eine hoch spezialisierte Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie, Sportmedizin, Endoprothetik und Spezielle Schmerzmedizin. Als Mitglied der Arbeitsgemeinschaft nicht operativer orthopädischer manualmedizinischer Akutkliniken (ANOA) verbindet die Klinik zudem ihre lange Tradition mit einem modernen, interdisziplinären Behandlungsansatz für Menschen mit Erkrankungen des Bewegungssystems und chronischen Schmerzen.

Der Ursprung der Sportklinik Hellersen liegt im organisierten Sport. Nach dem Zweiten Weltkrieg fehlten geeignete medizinische Versorgungsstrukturen für Sportlerinnen und Sportler nach Verletzungen. Die sich damals noch im Aufbau befindende Sporthilfe NRW stellte deshalb Betten für die Behandlung zur Verfügung und unterstützte Betroffene finanziell. Schon bald wurde deutlich, wie groß der Bedarf an einer spezialisierten Versorgung war: 1970 eröffnete die Sporthilfe NRW e.V. ein eigenes Krankenhaus in Lüdenscheid.

Über die Jahrzehnte entwickelte sich die Sportklinik Hellersen kontinuierlich weiter. Mit dem Aufbau der Abteilung Sportmedizin im Jahr 1997 übernahm sie früh eine Vorreiterrolle in Prävention, Leistungsdiagnostik und sportmedizinischer Betreuung. Seit 1998 ist die Abteilung DOSB- und LSB-NRW-akkreditiertes Untersuchungszentrum. Und auch der Deutsche Fußballbund legte die Abteilung als Zentrum für die sportmedizinische und leistungsphysiologische Untersuchung des Bundesligaschiedsrichter fest. Zudem wurde die Spezialisierung der medizinischen Fachbereiche über die Jahre hinweg ausgebaut: etwa in der Schulter-, Ellenbogen- und Kniechirurgie, der Sporttraumatologie, der Fuß- und Sprunggelenkchirurgie, der Wirbelsäulenmedizin und dem künstlichen Gelenkersatz.

Heute behandelt die Sportklinik Hellersen rund 50.000 Patientinnen und Patienten pro Jahr. Das Spektrum reicht von der Versorgung akuter Verletzungen über die Behandlung degenerativer Erkrankungen bis zur komplexen Therapie von Menschen mit langanhaltenden oder chronischen Schmerzen. Damit steht die Klinik nicht nur für die Versorgung von Freizeit- und Leistungssportlern, sondern für eine spezialisierte Medizin für Erkrankungen und Verletzungen des gesamten Bewegungssystems.

Schmerzmedizin nach dem ANOA-Konzept

Ein wesentlicher Bestandteil dieses Spektrums ist das Zentrum für Spezielle Schmerzmedizin. Die Schmerzmedizin hat in der Sportklinik-Hellersen bereits seit den 1980er-Jahren Tradition und wurde kontinuierlich weiterentwickelt. Heute erhalten Patientinnen und Patienten mit komplexen, oft langjährigen Schmerzerkrankungen eine interdisziplinäre und individuell ausgerichtete Behandlung. Als ANOA-Mitglied arbeitet die Sportklinik Hellersen nach dem multimodalen ANOA-Konzept. Dieses verbindet eine differenzierte, befundorientierte Diagnostik auf neuroorthopädischer Grundlage mit manualmedizinisch-funktionellen, schmerzmedizinischen und psychotherapeutischen Verfahren. Im Mittelpunkt steht dabei stets der einzelne Mensch mit seinen Beschwerden, funktionellen Einschränkungen, persönlichen Lebensumständen und individuellen Therapiezielen.

In der Multimodalen Schmerztherapie der Sportklinik Hellersen werden Patientinnen und Patienten je nach individuellem Bedarf über neun oder 16 Tage von einem multiprofessionellen Team betreut. Unter schmerzmedizinischer Leitung arbeiten unter anderem Orthopädie, Neurochirurgie, Neurologie und Schmerzpsychologie eng mit Fachkräften aus Physiotherapie, Sportmedizin sowie Kunst- und Musiktherapie zusammen. Ergänzend können beispielsweise Katheterschmerztherapien oder Injektionsbehandlungen eingesetzt werden. Ziel ist nicht allein die Reduktion von Schmerzen, sondern vor allem eine bessere Beweglichkeit, mehr Selbstwirksamkeit im Alltag und eine nachhaltige Steigerung der Lebensqualität.

Gerade bei chronischen Schmerzen reicht eine isolierte Behandlung einzelner Symptome häufig nicht aus. Schmerz, Bewegungseinschränkung, psychische Belastung und sozialer Rückzug können sich gegenseitig verstärken. Die multimodale Therapie setzt deshalb an mehreren Ebenen gleichzeitig an: Sie vermittelt Wissen über Schmerzmechanismen, stärkt körperliche Funktionen, unterstützt Veränderungen im Umgang mit Schmerzen und entwickelt gemeinsam mit den Betroffenen realistische, alltagsnahe Therapieziele. Dieses ganzheitliche Vorgehen entspricht dem Anspruch der ANOA, komplexe und multifaktorielle Schmerzerkrankungen individuell und interdisziplinär zu behandeln.

Seit 2013 gehört die Sportklinik Hellersen der ANOA an. Die Zugehörigkeit unterstreicht den Anspruch der Klinik, bei der nicht-operativen Behandlung von Erkrankungen des Bewegungssystems und chronischen Schmerzen multiprofessionelle, interdisziplinäre und patientenzentrierte Versorgungsangebote umzusetzen.

Neue Perspektiven für Menschen mit langanhaltenden Beschwerden

Die Sportklinik Hellersen hat sich in acht Jahrzehnten von einer Einrichtung für verletzte Sportler zu einer hoch spezialisierten Klinik für Erkrankungen und Verletzungen des Bewegungssystems entwickelt. Mit dem Deutschen Wirbelsäulen- und Skoliosezentrum, dem Zentrum für künstlichen Gelenkersatz, der Sportmedizin und dem Zentrum für Spezielle Schmerzmedizin bündelt sie ausgewiesene Expertise unter einem Dach. Gerade die Schmerzmedizin eröffnet Menschen mit langanhaltenden Beschwerden und komplexen Krankheitsverläufen neue Perspektiven, wenn vorangegangene Behandlungsansätze nicht ausreichend geholfen haben.

80 Jahre nach ihrer Gründung verbindet die Sportklinik Hellersen ihre Wurzeln im Sport mit medizinischer Spezialisierung, Innovation und internationaler Vernetzung. Sie steht damit für eine moderne, interdisziplinäre Medizin, die Prävention, Behandlung akuter Verletzungen und die multimodale Therapie chronischer Schmerzen in einem umfassenden Versorgungsspektrum vereint.

Über die Sportklinik Hellersen


Die Sportklinik Hellersen in Lüdenscheid ist eine hoch spezialisierte Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie, Sportmedizin und Endoprothetik. Jährlich behandeln die Teams rund 50.000 Patientinnen und Patienten. Zu den besonderen Schwerpunkten zählen das Deutsche Wirbelsäulen- und Skoliosezentrum, das Zentrum für künstlichen Gelenkersatz, die Spezielle Schmerzmedizin sowie die sportmedizinische Betreuung im Auftrag von LSB und DOSB. Die Klinik steht unter der Trägerschaft der Sporthilfe NRW e. V. und ist seit 2013 Mitglied der ANOA. Seit 2023 treibt sie mit dem Hellersen Hospital gezielt die internationale Vernetzung und den globalen Wissenstransfer voran.

Weitere Informationen über die Sportklinik Hellersen sind auch auf der Webseite der ANOA abrufbar: www.anoa-kliniken.de/anoa-kliniken.html