ANOA-Klinik in Hagenow mit neuem Therapieangebot für Kopfschmerz-Patientinnen und -Patienten
von Lisa Gauch
Zweistufiges, multimodales Kopfschmerzprogramm schließt Versorgungslücke zwischen ambulanter und stationärer Behandlung und stärkt die Selbstwirksamkeit der Betroffenen
Hagenow, den 5. Januar 2026 – Das LUP-Klinikum Helene von Bülow in Hagenow, eine von 38 Mitgliedskliniken der Arbeitsgemeinschaft nicht operativer orthopädischer manualmedizinischer Akutkliniken (ANOA), bietet seit dem heutigen 5. Januar 2026 ein neues, spezialisiertes Therapieangebot für Menschen mit häufigen oder chronischen Kopfschmerzen in Form eines strukturierten Kopfschmerz-Tagesklinik-Programms an. Dieses teilstationäre Konzept schließt die Versorgungslücke zwischen der üblichen ambulanten Betreuung in Haus- oder Facharztpraxis und einer vollstationären Behandlung. Es richtet sich an Patientinnen und Patienten, deren Kopfschmerzen den Alltag deutlich beeinträchtigen.
Hohe Belastung, um den Alltag trotz Kopfschmerzen zu bewältigen
Kopfschmerzerkrankungen wie Migräne, chronische Kopfschmerzen, Spannungskopfschmerzen oder Kopfschmerzen bei Medikamentenübergebrauch gehören zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen und gehen oft mit erheblichen Einschränkungen der Lebensqualität einher. Besonders betroffen sind Menschen im mittleren Lebensalter, die trotz starker Beschwerden versuchen, Beruf, Familie und Alltag „funktionierend“ aufrechtzuerhalten. Viele fühlen sich im Versorgungssystem nicht ausreichend gesehen. „Wir erleben viele Patientinnen und Patienten, die seit Jahren an Kopfschmerzen leiden und das Gefühl haben, nicht ernst genommen zu werden – obwohl sie jeden Tag enorme Energie aufbringen müssen, um ihren Alltag zu bewältigen“, beschreibt der verantwortliche Neurologe und Kopfschmerzexperte Dr. med. Sebastian Strauß die Situation. „Deshalb ist es uns ein besonderes Anliegen, diesen Menschen zu zeigen, dass ihre Beschwerden gesehen werden und wir sie mit einem passgenauen Therapieangebot gezielt unterstützen.“
Neues Programm auf zehn Tage ausgerichtet
Das neue Kopfschmerzprogramm in Hagenow ist als zehntägige, teilstationäre multimodale Therapie angelegt und findet von Montag bis Freitag über zwei aufeinanderfolgende Wochen statt. In kleinen Gruppen von bis zu acht Teilnehmenden werden u.a. medizinische, physiotherapeutische und psychologische Behandlungselemente eng miteinander verzahnt. Ergänzt wird dies durch leitliniengerechte medikamentöse Interventionen, ärztliche und psychologische Einzel- und Gruppentherapien sowie Edukationsangebote zu Erkrankungsverständnis und Selbstmanagement. Hinzu kommen aktivierende Physio- und Sporttherapie sowie Entspannungsverfahren wie progressive Muskelrelaxation und spezielle Atemtechniken. „Unser spezialisiertes Angebot geht deutlich über eine übliche ambulante Behandlung hinaus: In unserem Programm kombinieren wir verschiedene Bausteine so, dass die Betroffenen ein individuelles, auf ihre Kopfschmerzform zugeschnittenes Behandlungskonzept erhalten“, erklärt Dr. Strauß zusammenfassend.
Interdisziplinärer Ansatz ähnlich wie das ANOA-Konzept
Besonderes Kennzeichen des Programms ist – ähnlich wie beim ANOA-Konzept zur interdisziplinären multimodalen Komplexbehandlung von Schmerzen am Bewegungssystem – der interdisziplinäre Ansatz. Neurologie, Schmerzmedizin, Physiotherapie und Psychologie arbeiten eng zusammen und entwickeln gemeinsam mit den Patientinnen und Patienten einen persönlichen Therapieplan. Ziel ist es, akute Beschwerden zu lindern und einer weiteren Chronifizierung vorzubeugen. Gleichzeitig werden im Therapieverlauf langfristige Strategien im Umgang mit den Kopfschmerzen vermittelt, so dass den betroffenen Menschen Schritt für Schritt wieder mehr Lebensqualität möglich wird.
Dr. Strauß: „Unser wichtigstes Ziel ist, den Patienten zum Experten für seine Erkrankung zu machen: Nur wer die eigenen Auslöser und Einflussfaktoren kennt, kann selbstbestimmt gegensteuern und die eigenen Schmerzen nachhaltig reduzieren.“ Das Programm wird im Jahresverlauf 2026 fortlaufend angeboten und kontinuierlich evaluiert. Bei komplexen Verläufen oder beispielsweise relevanten Begleiterkrankungen besteht zusätzlich die Möglichkeit einer 14- bis 21-tägigen stationären multimodalen Intensivbehandlung in Hagenow.
Klarer Mehrwert für die Betroffenen
Für die Betroffenen bedeutet das neue Angebot einen klaren Mehrwert. Die Kombination aus intensiver, aber alltagsnaher Behandlung, fundierter Aufklärung und praktischen Übungen hilft, Anfallshäufigkeit und -stärke zu senken. Sie trägt dazu bei, Medikamentenübergebrauch zu vermeiden und den Alltag wieder planbarer und belastbarer zu gestalten. Neurologe Dr. Strauß: „Patientinnen und Patienten gewinnen dadurch nicht nur körperliche Stabilität, sondern auch neues Vertrauen in die eigene Handlungsfähigkeit und in ihre Teilhabe am Berufs- und Familienleben.“
Interessierte Patientinnen und Patienten können sich direkt für ein Vorgespräch in der Schmerztherapie Hagenow anmelden. Die Kontaktaufnahme ist telefonisch unter 03883 736 726 oder per E-Mail an praxis-schmerztherapie.hagenow@lup-kliniken.de möglich.