Chronische Rückenschmerzen: Warum eine multimodale Schmerztherapie den Unterschied macht

von Lisa Gauch

Fehmarn, den 28. Juli 2025 – Viele Menschen in Deutschland leiden unter chronischen Schmerzen am Bewegungssystem. Ein aktuelles Interview auf FAZ.net mit Dr. Peter Iblher, Chefarzt für Interdisziplinäre Schmerzmedizin, gibt wertvolle Einblicke über die Ursachen von chronischem Schmerz, die Risiken einer Chronifizierung und wirkungsvolle Behandlungsmethoden.

Dr. Peter Iblher ist Experte der Deutschen Schmerzgesellschaft und Chefarzt der Interdisziplinären Schmerzmedizin am AMEOS Klinikum Fehmarn. Er ist Facharzt für Anästhesie mit den Zusatzbezeichnungen Spezielle Schmerztherapie, Intensivmedizin und Manuelle Medizin und hält einen Master in Medical Education. Der Mediziner ist maßgeblich an der Entwicklung moderner Therapiekonzepte beteiligt. Im Beitrag schildert er anschaulich, wie und warum sich akute Schmerzen zu chronischen Schmerzen entwickeln können – und wie die multimodale Schmerztherapie Betroffenen mit chronischen Schmerzen helfen kann.

Chronifizierung von Schmerzen erkennen und behandeln

Chronischer Schmerz entsteht, wenn ein ursprünglich akuter Schmerz länger als drei Monate anhält und seine Schutzfunktion verliert. Komplexe Lernprozesse im Nervensystem führen dazu, dass Schmerzrezeptoren überempfindlich werden und sogar nicht betroffene Körperareale einbezogen werden können. Dies mündet oft in einem Teufelskreis aus verstärkter Schmerzwahrnehmung, veränderten Emotionen sowie Einschränkungen im Alltag und Beruf.

Ein entscheidender Risikofaktor für die Entwicklung chronischer Schmerzen ist die unzureichende Behandlung akuter Schmerzen. Werden diese nicht optimal kontrolliert, steigt das Risiko, dass sich das Schmerzgedächtnis bildet. Neben genetischer Veranlagung spielen auch psychosoziale Faktoren wie Angst, Depression oder Überlastung im privaten und beruflichen Umfeld eine wichtige Rolle bei der Chronifizierung.

Der Goldstandard: Interdisziplinäre multimodale Schmerztherapie

Dr. Iblher betont im Artikel ausdrücklich die Bedeutung der interdisziplinären multimodalen Schmerztherapie als Goldstandard in der Behandlung chronischer Schmerzen des Bewegungssystems. Dabei werden Patientinnen und Patienten von einem multiprofessionellen Team betreut – bestehend aus Expertinnen und Experten für Schmerzmedizin, Physiotherapie, Psychotherapie, Ergotherapie und Kreativtherapie. Ziel dieser Behandlungsmethode ist es nicht nur, Schmerzen zu lindern, sondern Lebensqualität, Aktivität und Motivation beim Patienten und bei der Patientin gleichermaßen nachhaltig zu fördern.

Für Betroffene mit chronischen Schmerzen ist diese ganzheitliche Herangehensweise besonders wichtig, da rein medikamentöse oder lokale Therapien oft nicht ausreichen. Moderne Schmerztherapie setzt deshalb auf wirksame Kombinationen, und die enge Verzahnung von u.a. medizinischen, psychologischen und sozialen Komponenten.

ANOA-Kliniken: Wirksame Unterstützung für Betroffene mit chronischen Schmerzen

In den derzeit 38 Kliniken der ANOA (Arbeitsgemeinschaft nicht operativer orthopädischer manualmedizinischer Akutkliniken) wird dieser Goldstandard tagtäglich umgesetzt. Nach dem wissenschaftlich fundierten ANOA-Konzept werden Patientinnen und Patienten mit chronischen Schmerzen interdisziplinär, multimodal und individuell behandelt – nach den neuesten Erkenntnissen der Schmerzmedizin. Dabei geht das ANOA-Konzept weit über eine Schmerzreduktion hinaus: Es strebt eine wirksame und nachhaltige Verbesserung der Funktionsfähigkeit und der Lebensqualität an. Mehr als 350.000 Patientinnen und Patienten wurden in den vergangenen 24 Jahren auf diese Weise – nach dem ANOA-Konzept – behandelt.

Das vollständige Interview mit Dr. Iblher ist nachzulesen und folgendem Link: https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/gesundheit/wie-behandelt-man-chronischen-schmerz-richtig-110560506.html

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