Zukunft der konservativen Orthopädie und Weiterbildung: ANOA-Präsident setzt Impulse beim 25. VLOU‑Workshop in Berlin

von Lisa Gauch

Berlin, den 30. Januar 2026 – Beim 25. VLOUWorkshop in Berlin, dem traditionellen berufspolitischen Jahresauftakt des Verbands leitender Orthopäden und Unfallchirurgen (VLOU), hat Dr. Jan Holger Holtschmit, Präsident der Arbeitsgemeinschaft nicht operativer orthopädischer manualmedizinischer Akutkliniken (ANOA), die Aufmerksamkeit der Teilnehmenden auf ein Thema mit hoher Relevanz für die zukünftige Versorgungslandschaft gelenkt: die „Zukunft und Weiterbildung konservativer Inhalte nach der Krankenhausstrukturreform“. Sein Vortrag im Forum Weiterbildung stieß auf großes Interesse. Er machte darin deutlich, welche Bedeutung die 38 bundesweit tätigen Kliniken des medizinisch wissenschaftlichen ANOA-Verbundes für die Sicherung und Weiterentwicklung konservativer orthopädischer Kompetenzen haben.

Der 25. VLOUWorkshop fand als Jahrestagung und berufspolitischer Workshop der leitenden Orthopädinnen und Orthopäden sowie Unfallchirurginnen und Unfallchirurgen statt. Die Veranstaltung fungiert traditionell als berufspolitischer Jahresauftakt und widmet sich zentralen Fragen der Krankenhauspolitik und der Rahmenbedingungen für leitende Ärztinnen und Ärzte.

Nachwuchs vielerorts ohne konservatives Rüstzeug

In seinem Vortrag verwies Dr. Holtschmit darauf, dass für frisch ausgebildete Orthopädinnen und Orthopäden sowie Unfallchirurginnen und Unfallchirurgen im Rahmen ihrer Facharztausbildung derzeit „viel an konservativen Inhalten verloren geht“. Die stark operative Ausrichtung vieler Kliniken führe dazu, dass junge Kolleginnen und Kollegen auf ein späteres konservatives Arbeiten – insbesondere in der Niederlassung – häufig nur unzureichend vorbereitet seien, so der ANOA-Präsident.

Die Kliniken der ANOA hätten in diesem Versorgungsfeld „sehr, sehr viel zu bieten“, etwa durch Weiterbildungen in spezieller Schmerztherapie, physikalischer Therapie, Naturheilverfahren sowie (orthopädischer) Rheumatologie. Alles in allem Angebote, die in vielen operativen Häusern in dieser Breite nicht zugänglich sind, obwohl die konservative Behandlung in der ambulanten Versorgung eine zentrale Rolle spielt.

ANOAKliniken als Motor der konservativen Weiterbildung

Ein wichtiger Schwerpunkt des Vortrags war der Appell an die Chefärztinnen und Chefärzte der Kliniken, vorhandene Weiterbildungsmöglichkeiten konsequent zu sichern und auszubauen. „Nur mit attraktiven und gut kommunizierten konservativen Weiterbildungsmöglichkeiten lassen sich ausreichend Weiterbildungsassistentinnen und assistenten gewinnen. Wer hier kein überzeugendes Angebot vorhält, wird langfristig Schwierigkeiten haben, qualifizierten Nachwuchs zu rekrutieren“, betonte Holtschmit mit Blick auf die Nachwuchsgewinnung.

Er verwies darauf, dass ANOAKliniken seit vielen Jahren erfolgreich WeiterbildungsFachärzte über die konservative Orthopädie und die spezielle Schmerztherapie gewinnen. Nicht selten kämen Assistenzärztinnen und ärzte gegen Ende ihrer Facharztausbildung für mehrere Monate in ANOAKliniken, wenn ihr OPKatalog bereits erfüllt ist, um dort gezielt konservative Kompetenzen zu erwerben.

Konservative Weiterbildung als Vorteil für Kliniken

ANOA-Präsident Holtschmit hob hervor, dass die konservativen Weiterbildungsmöglichkeiten der ANOAKliniken ein „echtes Pfund“ und zudem ein wichtiger Imagefaktor in Zeiten des Personalmangels seien. Diese spezifischen Inhalte verschafften den Kliniken einen klaren Vorteil bei der Positionierung als attraktive Ausbildungs- und Arbeitgeberstandorte.

Die klassische Facharztweiterbildung sehe konservative Inhalte zwar theoretisch vor, praktisch dominiere jedoch das Operative. Umso wichtiger sei es, dass ANOAKliniken ihre besonderen konservativen Schwerpunkte weiterentwickeln und „nach außen transferieren“, um ihre Rolle im Versorgungs- und Weiterbildungssystem weiter zu schärfen, so Dr. Holtschmit.

Der Vortrag stieß bei den Teilnehmenden – darunter ärztliche Direktoren, Chefärzte und -ärztinnen, Sektionsleitungen aus Orthopädie und Unfallchirurgie sowie Universitätsprofessoren – auf großes Interesse und fand in der anschließenden Fragerunde ein durchweg positives Echo. Dr. Jan Holger Holtschmit machte deutlich, dass die ANOA in der Fachwelt zunehmend als kompetenter Ansprechpartner für die konservative, multimodale Behandlung wahrgenommen wird.

„Die ANOA hat sich als feste Größe in diesem Bereich etabliert und wird von vielen mittlerweile als relevante Marke für die nicht-operative multimodale Versorgung wahrgenommen“, fasste Holtschmit zusammen.

Der nächste VLOU-Workshop wird am 15. und 16. Januar 2027 in Köln stattfinden. Weitere Informationen sind auf der Webseite des VLOU abrufbar.

 

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