ANOA-Präsident als erster Chief Medical Officer in Tokio

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Dr. Jan Holger Holtschmit war mit deutschem Reiterteam bei den Paralympics

Bildunterschrift: ANOA-Präsident Dr. Jan Holger Holtschmit in seiner Funktion als Chief Medical Officer und Covid Liaison Officer bei den diesjährigen Paralympics in Tokio. Copyright: Holtschmit / ANOA

Oberwesel den 14. September 2021 Er bezeichnet sich selbst als „vielfältig aufgestellt“ und das ist er in der Tat: Dr. Jan Holger Holtschmit, der seit nunmehr fast zwei Jahren der Arbeitsgemeinschaft nicht operativer orthopädischer manualmedizinischer Akut-Kliniken (ANOA) als Präsident vorsteht, ist nicht nur hauptberuflich als Chefarzt der Konservativen Orthopädie im Marienhaus Klinikum St. Wendel-Ottweiler tätig, er verfolgt in seiner Freizeit auch ein besonderes Interessengebiet – das Therapeutische Reiten. Etwa vier Mal in der Woche sitzt der Orthopäde und passionierte Reiter selber auf dem Pferd, nimmt regelmäßig an Dressur Turnieren teil, war Mitglied im Medical Committee FEI (dem Weltreiterverband) und widmet sich sportmedizinisch mit großem Eifer dem Wohl der Reiter. Diesem besonderen Mix aus Know How und Hobby mit Leidenschaft hat Holtschmit es zu verdanken, dass er ausgewählt wurde, für den Weltreiterverband als einziger Chief Medical Officer sowie als Covid Liaison Officer bei den Paralympics in Tokio tätig zu sein. Zwei Positionen, die 2021 zum ersten Mal überhaupt vergeben wurden.

Als „große Ehre“ für diese beiden Positionen ausgewählt worden zu sein, beschreibt Holtschmit seine Einstellung zu diesem besonderen Amt. Eine Ehre, mit der ein enormer zusätzlicher Arbeitsaufwand einherging. Sowohl vor als auch während der Paralympics. So mussten zur Vorbereitung knapp 1.000 Emails beantwortet und etwa 400 Dokumente durchgearbeitet werden. Während der Spiele vom vergangenen 24. August bis zum 5. September in Tokio war Holtschmit dann in seiner Funktion als Chief Medical Officer damit befasst, sicherzustellen, dass die internationalen Reiterteams medizinisch optimal versorgt waren und die Anti-Doping-Richtlinien eingehalten wurden. Als Corona Liason Officer fungierte er zudem als Verbindungsmann zwischen den japanischen Behörden und dem Weltreiterverband und musste sich um alle Fragen rund um Hygiene- und Sicherheitsvorschriften zur Eindämmung der Pandemie kümmern. Eine Aufgabe, die bei dem rund 1.000 Personen starken Team aus Reiterinnen und Reitern sowie zahlreichen Helfenden schnell hätte ausufern können.

„Glücklicherweise hatten wir nicht einen positiven Coronafall“, sagt der Mediziner. Dominiert und überschattet von der Pandemie waren die Paralympics dennoch: 539 ausgetragene Wettbewerbe ohne Zuschauer, 4.400 Sportler sowie Begleiter, die sich allesamt täglich einem PCR-Test und strengen Hygieneauflagen unterziehen mussten.

Die größten Wermutstropfen für Jan Holger Holtschmit: „Die fehlenden Begegnungen mit Einheimischen sowie die Tatsache, dass wir alle auch örtlich stark eingeschränkt waren und keinerlei touristische Unternehmungen tätigen konnten.“ Dennoch ist der Orthopäde im Rückblick glücklich, in Tokio live dabei gewesen zu sein. „Die aktive Teilnahme an Paralympischen Spielen ist für mich als Mediziner und Reiter schlicht und ergreifend ein bewegendes, unvergessliches Ereignis.“

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