Vermeidung von Rückenschmerzen

von

ANOA gibt Tipps zur Vermeidung von Rückenschmerzen

  • Am 15. März 2021 findet der Tag der Rückengesundheit zum 20. Mal statt
  • Immer mehr Erwachsene und Kinder leiden unter Problemen am Bewegungssystem
  • Fünf Tipps zur Prävention der schmerzhaften Volkskrankheit

Berlin, 11. März 2021 Am kommenden 15. März findet der Tag der Rückengesundheit zum 20. Mal statt. Bei der Initiative des Bundesverbandes deutscher Rückenschulen (BdR) e.V. und der Aktion Gesunder Rücken (AGR) e. V. dreht sich dieses Mal alles um die Rückenschule 2.0. Dabei handelt es sich um ein wissenschaftlich fundiertes, alltagsnahes Maßnahmenpaket zur ganzheitlichen Prävention und Linderung von Rückenschmerzen – in diesem Jahr corona-bedingt in passenden Formaten, ganz digital. Im Rahmen der Woche der Rückengesundheit (15.-19. März) stellen Experten Betroffenen und interessierten Laien an fünf Themenabenden in Live-Vorträgen und Workshops alltagstaugliche Tipps, lizenzierte Programme und Konzepte zur Rückengesundheit vor. Programm und Anmeldungen unter: www.tdr.digital

„Rückenschmerzen sind mittlerweile Volkskrankheit Nummer 1 in Deutschland“, sagt Dr. Jan Holger Holtschmit, Präsident der Arbeitsgemeinschaft nicht operativer orthopädischer manualmedizinischer Akut-Kliniken (ANOA) und Chefarzt am Marienkrankenhaus St. Wendel. „Wie diverse Umfragen sowie Erfahrungen aus unseren Kliniken belegen, ist die Zahl der Bundesbürger, die an Beschwerden am Bewegungssystem leiden, in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen.“ Ein Trend, der während der Pandemie durch Bewegungsmangel, geschlossene Fitness-Studios, nicht zugängliche Sportstätten sowie das Arbeiten im Home-Office und im Home-Schooling weiter verstärkt wurde. Der Tag der Rückengesundheit sowie die dazugehörige Maßnahme, die breite Bevölkerung im Rahmen einer digitalen Woche der Rückengesundheit aufzuklären, wird von der ANOA- Fachgesellschaft daher umfassend unterstützt. Dr. Holtschmit: „Auch in Pandemie-Zeiten gibt es vielfältige Möglichkeiten, an der eigenen Rückengesundheit zu arbeiten. Die Hauptsache ist: man wartet nicht, bis das Fitnessstudio an der Ecke irgendwann wieder aufmacht, sondern wird noch heute aktiv!“

Fünf Tipps der ANOA wie Rückenbeschwerden bzw. chronische Schmerzen am Rücken auch in Pandemie-Zeiten vermieden werden können:

1.) Mehr Bewegung
Bewegung, das ist das A und O für die Vermeidung von Rückenschmerzen. Schließlich heißt unser Bewegungsapparat nicht umsonst so. Wir müssen uns auch wirklich täglich bewegen und ihn aktiv halten. Wenn das Fitnesscenter geschlossen hat, gibt es viele andere Möglichkeiten, an der eigenen Gesundheit zu arbeiten. Die oft genannten „10.000 Schritte“ am Tag sind dabei eine gute Richtlinie. Doch werden diese gerade in Zeiten von Corona nur noch selten erreicht: Schließlich fehlt, weil viele Menschen im Homeoffice arbeiten, der Weg zum und vom Büro im Tagesablauf. Da hilft nur Gegensteuern und andere Formen der Bewegung suchen. Egal ob Laufen, Inlineskaten, Tanzen oder Klettern: Hauptsache, wir suchen uns eine Sportart, die uns Spaß macht. Dann bleiben wir auch am Ball.

2.) Eigenes Trainingsprogramm
Am besten ist ein Trainingsprogramm, das ohne viel Aufwand umsetzbar ist. Das kann zu Hause auf der Matte im Wohnzimmer durchgeführt werden oder am Schreibtischstuhl im Homeoffice. Wer die Stichworte „Rückenübung“ oder „Rückentraining“ im Internet eingibt, findet eine Vielzahl an Programmen, die unter anderem von den Krankenkassen angeboten werden. Nehmen Sie sich die Zeit und wählen Sie einen einfachen Übungsablauf, der Ihnen gefällt. Und beginnen Sie damit, zehn Minuten täglich für Ihren Rücken zu sorgen. Nicht erst in einigen Wochen, sondern sofort. Dann kommen Sie und Ihr Bewegungsapparat gut durch die Pandemie. Trotz Home-Office und Sportstättenschließungen.

3.) Gewicht kontrollieren
Im Home-Office nebenbei mal eine Tüte Chips, ein bis zwei Bier am Abend und weniger Sport: viele Deutsche haben laut Umfragen während der Pandemie zugenommen. Zeit, wieder mehr auf das eigene Gewicht zu achten. Schließlich tun wir damit unserem Rücken einen großen Gefallen. Denn als einziges Lebewesen, das im Zweifüßlerstand aufrecht geht, benötigen wir Menschen für diese besondere evolutionäre Leistung ein hohes Maß an Koordination und eine gute Muskulatur. Je größer jedoch das Körpergewicht, desto mehr wird dabei unsere Muskulatur beansprucht. Wer es schafft, sein Gewicht weitestgehend zu kontrollieren, schaltet von Vornherein einen wichtigen Krankheitsfaktor aus: Die Muskulatur kann – auch wenn sie nicht besonders gut trainiert ist – leichter ihre Arbeit machen und die untere Bandscheibe wird nicht über Maßen beansprucht.

4.) Rückenfreundliches Arbeiten
Wer viel Zeit am Schreibtisch verbringt, sollte wissen, dass dabei die Wirbelsäule stark in Anspruch genommen wird. Umso wichtiger ist daher, dass der Arbeitsplatz auch im Home- Office ergonomisch eingerichtet ist. Stuhl, Tisch, die Tastatur und der Bildschirm sollten an die eigene Körpergröße angepasst bzw. optimal ausgerichtet sein. Empfehlenswert ist dabei beispielsweise ein Stuhl, dessen Sitzfläche leicht nach vorne gebeugt ist. Dadurch ist garantiert, dass unsere Knie nicht stärker als neunzig Grad gebeugt werden. Eine Entlastung für die Muskulatur. Abgesehen davon spielen natürlich auch Beleuchtung, Belüftung und Temperatur eine Rolle für das entspannte, produktive und langfristig ‚gesunde’ Arbeiten. Und natürlich die Bewegung zwischendurch. Zur Entlastung des Rückens ist es wichtig, mindestens einmal pro Stunde aufzustehen, selbst wenn es keine Notwendigkeit dafür gibt. Man kann im Home-Office zum Beispiel mal die Wäsche aufzuhängen oder aufräumen.

5.) Entspannung
Die Psyche spielt bei Rückenschmerzen oftmals eine entscheidende Rolle; denn seelische Belastungen können zur Entstehung von Rückenschmerzen beitragen. Wichtig ist es daher, Dauerstress zu vermeiden und regelmäßig zu entspannen. Yoga, autogenes Training oder selbst der Spaziergang im Wald helfen dabei. Techniken zur Entspannung lassen sich in Pandemie-Zeiten zudem auf vielfältige Weise digital erlernen: im Zoom-Unterricht, auf YouTube Videos, oder mit Hilfe von Apps. Als eine der effektivsten Techniken bekannt ist die progressive Muskelentspannung – auch Muskelentspannung nach Jacobsen genannt –, bei der sich der Betroffene auf eine bestimmte Muskelpartie konzentriert, diese bewusst entspannt, dann kurz anspannt und anschließend wieder vollständig entspannt. Dies wird mit weiteren Muskelpartien durchgeführt, bis der gesamte Körper vollständig gelockert ist. Diese Form der Entspannung hilft in der Regel gut dabei, besser mit Stress umzugehen. Doch auch die anderen erwähnten Techniken können gute Resultate bringen.

Die aufgeführten Tipps stammen von Dr. Jan Holger Holtschmit (ANOA-Präsident und Chefarzt der Abteilung für Konservative Orthopädie am Marienkrankenhaus St. Wendel). Dr. Holtschmit hat in seiner langjährigen Karriere mit seinem Klinik-Team rund 40.000 Patienten mit Rückenbeschwerden behandelt.

Kontakt
Pressebüro ANOA
Natascha Kompatzki // Mobil: 0176 70 40 43 74
mail@natascha-kompatzki.de


Geschäftsstelle ANOA

Lisa Gauch
Hospitalgasse 11
55430 Oberwesel // Telefon: 06744/712-156
info@anoa-kliniken.de
www.anoa-kliniken.de

Über ANOA

Die ANOA (Arbeitsgemeinschaft nicht operativer orthopädischer manualmedizinischer Akut-Kliniken) ist eine medizinisch-wissenschaftliche Vereinigung von mittlerweile 31 Akutkrankenhäusern, die im nicht operativen orthopädisch-unfallchirurgischen, manualmedizinischen und schmerztherapeutischen Bereich tätig sind. Patienten mit komplexen und multifaktoriellen Erkrankungen des Bewegungssystems sowie mit chronischen Schmerzerkrankungen benötigen multidisziplinäre und multimodale Diagnostik- und Therapiekonzepte. Im Mittelpunkt des ANOA- Konzeptes stehen daher individualisierte befundorientierte Behandlungen auf neuroorthopädischer Grundlage unter Einbeziehung manualmedizinisch-funktioneller, schmerzmedizinischer und psychotherapeutischer Methoden.

Die ANOA ist der Auffassung, dass nur im Rahmen einer ganzheitlichen Betrachtung langfristig wirksame Therapiekonzepte umgesetzt werden können. Dazu hat die ANOA klinische Behandlungspfade mit besonderen Behandlungsschwerpunkten entwickelt. Das ANOA-Konzept basiert auf den neuesten medizinischen Erkenntnissen und ist wissenschaftlich überprüft. Die Prozess- und Ergebnisqualität im ANOA Konzept wird kontinuierlich multizentrisch evaluiert. Mit dem 2016 entwickelten ANOA-Zertifikat können Kliniken ihre Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität nachweisen und sichern.

Zurück